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Schulungs- und Forschungswoche am Krippenstein (13. 8. 2007)


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Irgendwann gingen wir dazu über, echte Höhlen und Schächte zu suchen, sie einzubauen und zu befahren. Gleich bei der ersten Suchtour stolperte ich alle 10-20m über mögliche Eingänge, die selbst nach genauerer Inspektion noch kein Ende erahnen ließen. Aus Zeitgründen war es uns gar nicht möglich, alle Kanditaten zu befahren, und nach der einen oder anderen Sackgasse stolperten wir bald über unsere erste selbst entdeckte kleine Höhle: "Eiskegelschacht" wurde sie getauft.

Thumbnail Gruppe 2...
...ohne den Fotografen dieses Bildes, versteht sich. Da sieht man uns noch frisch und munter, in sauberen Wanderklamotten, der Schlaz fein säuberlich im Rucksack verpackt. Später wurde dann zusehends direkt mit Schlaz und Schleifsack zu den Hohlräumen gestolpert, um im Sinne der Faulheit ein wenig Gewicht zu sparen.
Thumbnail Fasziniert...
...beobachte ich den Fachmann beim Anfertigen des Höhlenplans. In meiner linken erkennt man ein Hilti Disto, mit dem ich die Entfernungen der Messzüge aufnahm. Wir wollten uns inzwischen schon selber solch Messzubehör kaufen, aber das Zeug ist alles höllisch teuer. Selbst ein läppischer Höhlenhammer kostet 46 Euronen, da hau ich mir den Spit doch lieber mit nem Stein ein, und spare auch noch Gewicht. :)
Nach diversen "Blindgängern" und nicht weiter inspizierten Öffnungen gelangten wir zu Objekt A24: Ein bekannter Eingang, bislang jedoch noch nicht erforscht. Das traditionelle Steine-rein-schmeissen wusste mit einer schön hallenden Akustik zu beeindrucken und motivierte Tsuki sogleich, am Seil hängend mit der Bohrmaschine den Anker im Schacht zu setzen. Mir wurde dann die Ehre zu Teil, mich als erster in das Dunkel des Schachts zu versenken.

Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Kurze Blödelei vor dem Einstieg in den Rotstreifenschacht, gefolgt von einem charmanten Grinsen. Dann gehts runter in noch unbekannte Tiefen. Nach einer Engstelle, an der ich schon das Ende befürchtet hatte, wird es wieder weiter und nach einigen weiteren Metern ist der Schachtgrund erreicht.

Total perplex sah ich dass ein horizontaler Gang vom Schachtgrund wegführte. Ich hatte (wie es so meine Natur ist) mit einer Sackgasse gerechnet. Um meiner Freude kund zu tun, wurde sogleich mal "Fortsetzung!" nach oben gebrüllt. Obwohl mich die Neugier schier auffraß, wartete ich brav bis sich Verstärkung abseilte um mir Gesellschaft zu leisten. Doch nein, die Fortsetzung konnte noch nicht befahren werden, die Verstärkung stieg wieder auf und kam mit schwerem Gerät zurück. Ich währenddessen natürlich nervös wartend, immer wieder der Blick zur Fortsetzung. Ich sage: "Ah, Du willst eine Zwischenverankerung setzen!" Er sagt: "Nein, *Du* willst eine Zwischenverankerung setzen!" Ich steige also wieder etwas auf, und nehme mich nun selbst der schweren Bohrmaschine an und setze unter arger Platznot einen anständigen Anker.

Dann, endlich, erkundeten wir die Fortsetzung. Der Hohlraum offerierte einige Meter an leicht abfallendem Gang, der in einem hohen Raum mündeten. Wahrscheinlich ein weiterer Schacht, oben verstürzt. In einem Winkel befand sich eine verstürzte, nach unten führende Fortsetzung. Mit der Verstärkung zusammen und reichlich Fußtritten und einigen Metern Reepschnur wurde das gröbste weggeräumt. Die Engstelle war nun zwar schliefbar, die Befahrung war aber wegen eines ungut liegenden Felsbrockens als nicht ungefährlich zu bezeichnen. Da wir eh schon viel zu lange unten waren, stiegen wir wieder auf. Bis heute weiss niemand was hinter der Engstelle kommt. Einen weiteren, niederen Raum kann man erkennen. Ob dann damit "Sense" ist, oder ob einige Kilometer Gänge in die Tiefe führen, weiß niemand. Ich komme wieder!!!

Im Anschluss wurden die drei anderen Gefährten, darunter auch Tsuki, in die Tiefe geschickt und mit der Vermessung und Planerstellung beauftragt. Tsukis "Plan" beschränkte sich auf einen niedlichen einsamen Kringel, der wohl den Umriss des Einstiegsschachts symbolisieren sollte. (Puh, bin ich gemein)

Thumbnail Sinterröhrchen
Üppiger Sinterschmuck dekorierte die gewaltige Halle des neu entdeckten Hohlraums, welcher alsbald auf den Namen "Rotstreifenschacht" getauft werden sollte. Der Name stammt von einem markanten roten Felsband, das quer über den Schachteingang zieht.
Am Abend, beim verdienten Abendessen, stellte sich dann heraus dass die anderen Gruppen alle viel größere und tollere Höhlen entdeckt hätten. Ich reagierte schnell und beendete meine Ausführungen vom Rotstreifenschacht damit, dass wir die Fortsetzung nur deshalb nicht befahren hätten, weil sie von so vielen schönen Tropfsteinen und Kristallen versperrt war, und wir diese in ihrer Pracht nicht zerstören wollten.


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