Falknis (2.560m) von St. Luzisteig

Gerade wenn man meint, schon alle "Highlights" der Region zu kennen, ist es schön, ein neues solches zu entecken. Kollege Gruber ließ das Stichwort "Falknis" fallen, und eine kurze Recherche offenbarte viele attraktive Eigenschaften: Machbare Fahrzeit, viele Höhenmeter (ca. 1.900) , wenig Horizontalstrecke, guter Schwierigkeitsgrad. Die Falknis liegt an der Grenze zwischen Schweiz und Liechtenstein. Im wesentlichen sind wir der hier beschriebenen Tour gefolgt: http://www.hikr.org/tour/post100462.html

Bis zur Enderlinhütte (ca. die halben Höhenmeter) ist es recht unspektakulär. Ein normaler Wanderweg, meist durch Wald. Der mit Abstand schönste Teil der Tour ist der Aufstieg von der Hütte zur Falknis: Sattgrünes Steilgras, ein verwegener Weg, zahlreiche schroffe Felstürmchen und -wände. Doch der Weg hat es wirklich in sich: Obwohl er meist komfortabel ist, ein schmaler Wanderweg eben, zieht er oft durch sehr steiles Gelände. Ein Ausrutscher kann fatale Folgen haben, bei dem Gefälle fängt man sich nimmer. Einige wenige Stellen sind jedoch wirklich fies: Rutschiger Schotter, leicht abschüssig, kaum was zu halten für die Hände. Da muss man wirklich aufpassen.

Aus der Ferne ist oft kaum vorstellbar, dass da ein Weg möglich ist. Aus der Nähe ist es dann meist nur mehr halb so wild. Siehe z. B. oberer Bildblock Spalte 3, Zeile 3: Mitten durchs Bild von links nach rechts zieht sich der Weg im Rückblick. Sieht doch absurd aus, oder? Oder das Bild darüber: Hier geht es zum Wildbach bei der rechten Schulter des Motives. Auf dem sonnigen Grashang sieht man dann den Weiterweg.

Bisher keinerlei Schneekontakt. Erst als wir bei einem Sattel mit Wegweiser ankommen, gibt es Schneefelder. Der Weg ist nun aber flach und harmlos, die Schneefelder stören abgesehen von ein bisserl Einsinken nicht weiter. Der Gipfel selber ist unspektakulär und wir hätten etwas mehr nette Kraxelei erwartet, doch der Ausblick ist spitze: Im Osten die großen Gipfel des Rätikons (Schesaplana, div. Türme, Sulzfluh), und im Westen das südliche Rheintal.

Der Abstieg erfolgt der Abwechslung zuliebe nördlich. Eine kurze Schneerutsch-Passage macht Laune, doch bald lauert uns die Schlüsselstelle der Tour auf, siehe Bild 7 des folgenden Blocks: Ein steiler schiefriger Hang muss gequert werden. Die Haltekette zu Beginn steckt in einem ausgesprochen steilen Schneefeld (Bild 8). Diese paar Meter runterzukommen ist ausgesprochen heikel. Bei der Querung selbst bleibt uns zum Glück weiterer Schnee erspart, doch der rutschige Schiefer-Schutt ist auch nicht viel besser. Bald kommen wir aber wohlbehalten am Falknishorn bzw. Mazorakopf an.

Es folgende noch einige weitere steile Schneefelder, die zu queren oder zu umgehen sind. Aufgrund ihrer Steilheit kommen wir überein, eine Rutschpartie nicht zu riskieren. Zumindest nicht freiwillig. Es dauert einige Zeit bis sich der Weg beruhigt und man mit etwas weniger Konzentration durch dichter werdenden Wald Höhenmeter abspulen kann. Im lauter hört man es krachen und donnern. Bald wird klar dass der Rückweg quasi direkt durch ein Übungsgebiet des Militärs führt, das wohl gerade eine Übung hat. Nach einem kurzen Stück auf der Straße sind wir wieder beim Startpunkt.

Durch die Schneelage war der Rückweg definitiv anspruchsvoller als der Aufstieg. Ohne Schnee wäre die Schwierigkeit wohl vergleichbar. Der Aufstiegsweg von Süden ist aber deutlich schöner/fotogener. Apropos fotogen: Einige der Bilder wurden mit Polfilter gemacht. Also keine Nachbearbeitung, sondern der Effekt wie man ihn von einer guten Sonnenbrille kennt.

Tourdatum: 23. 6. 2016

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