Tag 17: Sequoia-Nationalpark

Am morgen war das Licht seltsam, was wie so oft auf den Waldbrand-Rauch in der Luft zurückzuführen war. Zuerst mussten wir shoppen: Der Supermarkt war krass, und mit einer tollen Auswahl von Craft Beer. Da wir 2 Nächte in Kingsburg stationiert waren, hatten wir einen vollen Tag für den Sequoia-Nationalpark zur Verfügung. Jedoch war es in dieser Gegend mit den Waldbränden gerade besonders schlimm, sodass wir nur einen Teil des Parks besichtigen konnten (die nördliche Ein-/Ausfahrt war gesperrt). Beim Visitor Center tummeln sich flinke Streifenhörnchen die kaum auf die Linse zu bekommen sind.

Als erstes ging es via Shuttle auf den Moro-Rock. Ein toller freistehender Felsknubbel in bester Yosemite-Optik, der leider mit viel Beton "idiotensicher" ausgebaut ist. Ein Klettersteig wäre wohl schöner... Der Spaziergang ist steil, aber kurz. Als alter Bergfex kann ich die Meute zurücklassen und die nicht-vorhandene Aussicht (Rauch, Dunst) eine Zeit alleine genießen. Der rote Pfeil beim letzten Bild markiert übrigens den sog. Hanging Rock," zu dem viel anschließend wandern.

Auf dem Weg zum Hanging Rock kommen wir an einem hohlen ausgebrannten Baum vorbei. Der Hanging Rock liegt auf einer abschüssigen Felsdplatte die in einen Abgrund übergeht. Der Fels sieht wirklich aus als könnte er jederzeit runterrutschen. Ich bin mit etwas Mühe raufgeklettert -- auf den Fotos wirkt der Fels leider sehr stabil und ungefährlich. Den Moro-Rock sieht man von hier aus sehr schön!

Wir spazieren weiter zum Tunnel Log (wo man mit dem Auto durchfahren könnte -- wäre die Straße denn geöffnet) und wandern dann durch den Wald zurück zum Parkplatz (anstatt den Shuttlebus zu nehmen). Stets halte ich nach Schwarzbären Ausschau, leider (oder zum Glück?) sehen wir aber keine. Unterwegs kommen wir an einem schönen Helmspecht vorbei, und an etwas Rotwild das an einem komplett verkohlten Riesenbaum faulenzt.

Zu den beiden letzten der folgenden Bilder: Hier ist wohl erst vor kurzem Ein Baumriese gefallen. Im Boden klaffte ein gewaltiges Loch (in dem schon ein übellauniges Murmeltier (?) residierte. Vermutlich standen da 2 Bäume nahe beieinander, bei dem stehengebliebenen Baum fehlt jedenfalls im unteren Bereich die Hälfte. Sah wild aus, wirkt nicht im Foto.

Da wir von unseren AirBnb-Hosts netterweise zum Abendessen geladen sind, müssen wir uns nun leider etwas sputen. Mit etwas Hektik geht sich noch ein Besuch des größten Baumes der Welt aus ("General Sherman"), gleichzeitig wohl auch der größten Pflanze und auch Lebensform. Der Baum liegt zwar fast an der Straße, doch zum Parkplatz ist es ein ziemlicher Umweg, gefolgt von einer Wanderung mit einigen Höhenmeter. Das macht nicht gerade Laune, wenn man es eh schon eilig hat. Nach einem kurzen genervten Blick auf den Baum hetze ich wieder zum Auto zurück, um dann Tsuki aufsammeln zu können, welche währenddessen etwas fotografiert. Letztes Bild: Das dürften wohl die Rauchwolken eines Waldbrandes sein.

Ein kleiner Vergleich der Redwood-Bäume an der Küste mit diesen Sequoias: Die Redwoods sind höher, die Sequoias jedoch fetter. Ich nahm an, die Sequoias wären beeindruckender, weil man den Umfang besser als die Höhe erfassen kann. So dramatisch dicker kamen sie mir aber subjektiv gar nicht vor. Der Wald selbst ist vom Character ganz anders: Bei den Redwoods ist der Wald dunkel, feucht und voller Farne. Die Sequoia-Wälder sind hingegen eher hell und trocken, mit viel unbewachsener Fläche. Die Sequoias haben einen schönen warmen Rotton, wohingegen die Redwoods nur grau gefärbt sind.

Noch ein paar Worte zu den Waldbränden: Ich hatte mir diese ganz naiv vorgestellt. Irgendwo ist das Flammenmeer, dessen Ort man klar an der Rauchwolke erkennt, welche steil in den Himmel aufsteigt. Beim Wald gibt es 2 Sorten: Gesunden unverbrannten, und verkohlte Einöde. Das trifft aber alles nicht zu. Der Rauch verteilt sich zu Dunst, und wo es genau brennt lässt sich gar nicht einfach sagen, und fast jeder große Baum weist verkohlte Stellen auf, übersteht den Angriff aber meist unbeschadet.